Wolfsburg stoppt Pleitenserie: Unaufhaltsamer Lewandowski watscht Köln ab

Nachdem der BVB am Freitag vorlegt, stellt der FC Bayern den Abstand an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga äußerst überzeugend wieder her. Robert Lewandowski überragt mit einem Meilenstein. Wolfsburg stoppt die Niederlagenserie gegen Hertha. Union, Leipzig und Mainz fahren wichtige Siege ein.

1. FC Köln – FC Bayern München 0:4 (0:2)

Auf der Jagd nach dem zehnten Meistertitel nacheinander hat sich Bayern München auch vom formstarken 1. FC Köln nicht ausbremsen lassen. Angeführt vom dreimaligen Torschützen Robert Lewandowski gewann die Mannschaft von Coach Julian Nagelsmann bei den Rheinländern verdient mit 4:0 (2:0) und behauptete an der Tabellenspitze ihr Polster von sechs Punkten auf Verfolger Borussia Dortmund, der am Vorabend vorgelegt hatte.

Lewandowski (9., 63., 74.) mit seinen Saisontoren 21 bis 23 sowie Corentin Tolisso (25.) trafen für den Rekordmeister, der auch im 66. Bundesligaspiel nacheinander mindestens ein Tor erzielte und damit für einen Rekord sorgte. Die alte Bestmarke von 65 Spielen mit eigenem Tor hatte München ebenfalls gehalten – saisonübergreifend von 2011/12 bis 2013/14. Insgesamt hat er nun 300 Bundesliga-Tore in seiner Karriere erzielt.

Vor nur 750 zugelassenen Zuschauern kam auch der FC zu Chancen, die er jedoch anders als zuletzt nicht konsequent nutzte und somit seine neunte Niederlage in Serie gegen die Bayern kassierte. Dennoch bleibt Köln mit weiter 28 Punkten im Soll. Die Gäste, die zum Rückrundenauftakt zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach verloren hatten, machten von Beginn an deutlich, dass sie sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben wollten. Nach einem Kölner Ballverlust schaltete München schnell um, Thomas Müller bediente Lewandowski, der frei vor Marvin Schwäbe mühelos verwandelte. Die Gäste kontrollierten nun das Spiel, Tolisso traf nach Doppelpass mit Müller sehenswert zum 2:0. Wenig später vergab Müller die Chance auf den nächsten Treffer (28.).

Mitten in dieser Drangphase erzielte Designate Uth (31.) nach einer starken Einzelleistung den vermeintlichen Anschlusstreffer, der aber wegen einer Abseitsstellung nicht zählte. Kurz vor der Dwell musste Manuel Neuer, der nach überstandener Corona-Infektion wieder im Bayern-Tor stand, eine weitere brenzlige Scenario überstehen. Ein Schuss von Ondrej Duda (45.+1) verfehlte das Ziel nur knapp. Bayern-Coach Nagelsmann konnte anders als gegen Gladbach auf deutlich mehr Profis zurückgreifen. Leroy Sané, Dayot Upamecano, Omar Richards und Tanguy Nianzou, die zuletzt in Isolation waren, standen wieder zur Verfügung. Marcel Sabitzer verteidigte auf der linken Seite als Vertreter von Alphonso Davies, der wegen einer „leichten Herzmuskelentzündung“ auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Kurz nach seiner Einwechslung (61.) legte Sané Torjäger Lewandowski den dritten Bayern-Treffer mustergültig auf. München drängte nun auf die Entscheidung, aber auch der FC gab sich noch nicht geschlagen. Dejan Ljubicic hatte den Anschlusstreffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Neuer (69.). Wenig später machte es Lewandowski auf der anderen Seite besser: Wieder nach schönem Zuspiel von Sane.

FC Union Berlin – TSG 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1)

Die Erfolgsserie der TSG Hoffenheim ist gerissen. Das bisherige Überraschungsteam der Saison kassierte durch das 1:2 (1:1) beim heimstarken FC Union Berlin nach sieben ungeschlagenen Spielen wieder eine Niederlage. Die Berliner, die in den vergangenen 26 Spielen in der Alten Försterei nur einmal verloren haben, zogen nach Punkten (31) mit den Kraichgauern gleich.

Angreifer Andreas Voglsammer (22.) und Grischa Prömel (73.) erzielten die Tore für Union. Hoffenheim battle durch ein Eigentor von Union-Verteidiger Timo Baumgartl (17.) in Führung gegangen. Das Spiel in der Alten Försterei fand vor 3000 Followers statt, weil Berlin in der Zuschauer-Regelung einen Sonderweg geht. Für Union battle es auch eine gelungene Generalprobe für das prestigeträchtige Achtelfinale im DFB-Pokal am kommenden Mittwoch beim Stadtrivalen Hertha BSC.

Beide Mannschaften präsentierten sich zunächst mit vielen Fehlern, der Ball versprang oft, und die Pässe kamen nur selten an. Die Hoffenheimer fingen sich als Erste und gingen nicht unverdient in Führung: Auf der rechten Angriffsseite überlief der flinke Ihlas Bebou den Union-Verteidiger Robin Knoche, seine scharfe Hereingabe lenkte Baumgartl per Kopfs ins eigene Tor. Die Berliner schüttelten sich kurz – und drängten sofort auf den Ausgleich. Der gelang bereits fünf Minuten später, auch wenn Torschütze Voglsammer bei seinem Kopfball nach einer Flanke von Bastian Oczipka etwas Glück hatte: Der Ball prallte von der Latte an den Oberkörper von TSG-Keeper Oliver Baumann und vor dort ins Tor.

Die Hoffenheimer spielten zwar den technisch besseren Fußball, die Unioner hielten mit Lauf- und Zweikampfstärke dagegen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich ein spürbares Übergewicht erarbeiten, jede Torchance musste hart erarbeitet werden. Bei Union machte sich der Ausfall von Awoniyi deutlich bemerkbar, die Dynamik des Nigerianers fehlte im letzten Drittel. Nach etwas mehr als einer Stunde brachte Union-Coach U.s.a.Fischer deswegen den schnellen Sheraldo Becker für den schwachen Levin Öztunali, und mit dem Niederländer kam mehr Schwung ins Offensivspiel. Becker hatte in der 71. Minute per Kopfball zunächst eine Großchance und leitete wenig später den Treffer zum 2:1 durch Prömel ein.

VfB Stuttgart – RB Leipzig 0:2 (0:1)

RB Leipzig hat seine Auswärtsmisere nach über neun Monaten beendet. Der Vizemeister der vergangenen Saison gewann beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart glücklich 2:0 (1:0) und setzte mit dem dritten Sieg unter Coach Domenico Tedesco seine Aufholjagd in Richtung Europapokal-Plätze castle. Für den VfB, der nur eines seiner letzten sechs Spiele gewonnen hat, wird es im Abstiegskampf dagegen immer brenzliger.

Torjäger Andre Silva brachte die Gäste in der elften Minute per Handelfmeter in Führung. Christopher Nkunku erzielte mit seinem neunten Saisontor das 2:0 (70.). Bedanken konnten sich die Leipziger aber auch bei ihrem bärenstarken Torwart Peter Gulasci, der mehrmals den Ausgleich verhinderte. Zuletzt hatte RB vor 280 Tagen am 10. April 2021 beim 4:1 in Bremen in der Bundesliga ein Auswärtsspiel gewonnen. Der VfB blieb auch im vierten Spiel in Folge ohne Torerfolg.

Tedesco, der zum fünften Mal auf der RB-Bank saß, musste seine Startformation kurz vor Anpfiff ändern. Dominik Szoboszlai klagte beim Aufwärmen über muskuläre Probleme, für ihn begann Yussuf Poulsen. Die Veränderung steckte RB gut weg, beim 1:0 benötigten die Leipziger allerdings die Mithilfe des VfB. Eine Hereingabe von Nkunku wehrte Konstantinos Mavropanos mit der Hand ab. Schiedsrichter Daniel Schlager, der kurzfristig für den verletzten Patrick Ittrich eingesprungen battle, zögerte keine Sekunde. Silva schloss souverän ab.

In der Folge zog sich Leipzig zurück und überließ dem VfB weitgehend das Geschehen. Dem Team von Coach Pellegrino Matarazzo fehlten in der Offensive aber bei allem Bemühen zunächst Ideen und Durchschlagskraft, um die kompakten Gäste ernsthaft in Gefahr zu bringen. Erst kurz vor der Dwell wurde der VfB ohne Borna Sosa (Rückenprobleme) zielstrebiger: Hiroki Ito und Wataru Endo scheiterten mit ihren Schüssen aber an Gulasci. Nach dem Wechsel wurde Leipzig wieder etwas aktiver und hatte durch Poulsen eine Doppelchance. Doch der VfB setzte nach. Erneut verhinderte RB-Kapitän Gulasci mit Klasseparaden gegen Sasa Kalajdzic (55.), Orel Mangala (63.) und Waldemar Anton (67.) den Ausgleich. Ein mustergültiger Konter sorgte schließlich für das 0:2.

VfL Wolfsburg – Hertha BSC 0:0

Befreiungsschlag verpasst, aber freien Tumble gestoppt: Der VfL Wolfsburg hat erstmals seit 56 Tagen wieder einen Punkt in der Bundesliga geholt. Die Mannschaft von Coach Florian Kohfeldt erkämpfte sich nach zuletzt sechs Liga-Pleiten in Serie ein 0:0 im Krisenduell gegen Hertha BSC. Die Wölfe schnupperten sogar am Sieg, vergaben aber gerade in der ersten Hälfte gute Möglichkeiten.

Nach dem Punkt kann Kohfeldt zumindest ein bisschen durchschnaufen. Zwar wird der derzeitige Tabellenplatz den Ansprüchen des Werksklubs nicht annähernd gerecht, und der Auftritt gegen Hertha ließ insgesamt erneut zu wünschen übrig, aber zumindest wurde die erschreckende Niederlagenserie beendet. Die ganz blasse Hertha bleibt einen Rang vor Wolfsburg.

FSV Mainz 05 – VfL Bochum 1:0 (0:0)

Der FSV Mainz 05 hat dank eines Traum-Comebacks von Jeremiah St. Juste sein kleines Tief überwunden und behält die Europacupplätze in Sichtweite. Das Team von Coach Bo Svensson bezwang nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge Aufsteiger VfL Bochum mit 1:0 (0:0) und ist seit sechs Heimspielen ungeschlagen.

Umjubelter Spieler bei den 05ern battle Verteidiger St. Juste, der nach auskurierter Schulterverletzung und elf verpassten Punktspielen wieder in der Startelf stand und direkt traf (48.). FSV-Torwart Robin Zentner parierte in der 32. Minute zudem einen schwach geschossenen Foulelfmeter des ehemaligen Mainzers Sebastian Polter.

Damit bauten die Rheinhessen (27 Punkte) den Vorsprung auf Bochum (23) auf vier Zähler aus. FSV-Coach Bo Svensson ist nach einer Gelben Karte (88.) am nächsten Samstag in Fürth gesperrt. Schon am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bietet sich dem VfL im Achtelfinale des DFB-Pokals an der Castroper Straße die Chance zur Revanche an den 05ern.

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Von admin

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