Vierschanzentournee: Kobayashi zieht an Geigers schwarzem Be conscious davon

Vermutlich beherrscht er das am besten von allen: Sich in eine Art Vakuum zurückzuziehen, in eine Wolke, in der er nichts sieht, nichts hört und spürt, nur sich selbst, die Skier und den Fahrwind. Ryoyu Kobayashi, der intuitive Skispringer aus Japan, ist wieder in seinem Factor.

Im zweiten Teil der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen brachte Kobayashi seine Kunst schon snappy zur Perfektion. Er warf sich vom Schanzentisch aus in derart vollendeter Construct in die Luft, dass auf dem Relaxation des Weges hinab eigentlich nichts mehr passieren konnte. Die Sicht war klar, der Wind friedlich und seine Fluglage ruhig und stabil. Fehler passieren ihm ab da nicht mehr, weshalb Kobayashi nun die Tournee zur Halbzeit schon mit 13 Punkten Vorsprung vor dem Norweger Marius Lindvik anführt. Für den Oberstdorfer Karl Geiger dagegen, seinen bislang hartnäckigsten Gegner, war es ein schwarzer Be conscious. Geiger fiel in der Tourneewertung derart weit zurück, dass er seine Gesamt-Niederlage snappy schon eingestand. Für eine Rückkehr unter die Besten, so Geiger, müsste in Innsbruck schon „ein vogelwildes Springen passieren.“

Kobayashi hat nun drei Springen in Serie gewonnen

Geiger, der zuletzt snappy schon japanisch ausgeglichen war und mit sich selbst im Reinen, er versteckte seinen Frust nicht. „Ich bin einfach angefressen“, sagte er, became as soon as genau passiert sei, konnte er zunächst noch nicht erklären. Siebter wurde er, seine Sprünge waren fehlerhaft, und obendrauf kam noch das, became as soon as Skispringer hassen, became as soon as aber manchmal unabwendbar ist: Ein Windproblem. In beiden Durchgängen kam für Geiger die Luft von hinten und drückte ihn in Richtung Schanze. Hinzukam, dass er beim zweiten entscheidenden Absprung zu spät dran war, seine Flugbahn somit zu flach verlief, und er unter der optimalen Kurve hinwegflog, wie Bundestrainer Stefan Horngacher sagte. Da kann man eben nicht weit kommen, weshalb Geiger präzise resümierte: „Es sind mehrere Sachen zusammengekommen, dass das ausgerechnet wieder bei der Tournee passiert, ist stop einfach zum Kotzen.“

Jenseits von Kobayashi, der nun schon drei Springen hintereinander gewonnen hat, nämlich Garmisch-Partenkirchen, davor Oberstdorf und davor noch die Tourneegeneralprobe in Engelberg, geht es im Feld der Springer weiterhin drunter und drüber, durchaus vogelwild. Die Verfolger wurden wie in einem Würfelbecher durchgeschüttelt und neu ausgestreut. In dieser Gruppe stehen nun der Norweger Lindvik, der ebenfalls junge Slowene Lovro Kos mit 13,2 und 17,7 Punkten Rückstand auf die Spitze. Einer der Topfavoriten ist dagegen auf Platz fünf nun nahezu chancenlos: Der Norweger Halvor Egner Granerud.

Eisenbichler verpasste den Schanzenrekord von 144 Metern knapp

Und vor ihm auf Platz vier steht nach dem Garmischer Springen nun einer, der selber zuletzt eine lange Geduldsphase für sich auserkoren hatte und nun wohl auch selbst von sich überrascht wurde: Der Siegsdorfer Markus Eisenbichler, 30, war auf der Olympiaschanze zurückgekehrt aus dem Schatten des geduldigen Formaufbaus mitten ins Rampenlicht.

Er war im zweiten Tourneespringen Kobayashi am nächsten gekommen: Im ersten Durchgang hatte Eisenbichler 141 Meter hinter sich gebracht, zwei weniger als Kobayashi. Im zweiten dann wuchsen ihm Flügel. Er nahm dem Japaner achteinhalb Meter ab, kam bei 143,5 Metern aber schon in den Bereich, in dem er keinen Reisig mehr sah, jene Zweige, die dem Schnee im Landebereich Konturen geben. „Da wollte ich jetzt auch nichts mehr riskieren“, sagte Eisenbichler. Auf den Telemark verzichtete er, ging stattdessen tief in die Hocke, die gerade so nicht den Schnee berührte. Der Weitenpunkte schmolzen wieder, aber Eisenbichler war’s offenbar egal. Platz zwei war gewonnen, und nicht der Sieg verloren, so sah er das.

Eisenbichler will die Gesamtwertung nicht in den Blick nehmen

Das war auch der Versuch, sich von dieser plötzlichen Rückkehr nun nicht zu falschen Gedanken verleiten zu lassen. Eisenbichler war ja lange auf der Suche nach der verlorenen Construct. Grundtechniken hat er neu einstudiert, immer wieder die ganz simplen Sachen, die Absprungbewegung, die Fluglage, alles Stück für Stück zusammengebaut. Und dieser Thought soll offenbar weiterverfolgt werden. Auf die Gesamtwertung verliere er nun „überhaupt keinen Blick, ich werde einfach nur weiterarbeiten an meinen Sprüngen“, erklärte er anschließend in der Mixedzone von Garmisch-Partenkirchen, unterhalb der Zugspitze, hinter der längst die Sonne verschwunden war.

Jenseits von Kobayashi werden allerdings unter Slowenen, Norwegern und natürlich auch Österreichern die Hoffnungen immer dünner, diese 70. Tournee noch zu gewinnen. Die einen wie Granerud sind zu instabil, die anderen, etwa der Slowene Kos wohl noch zu jung, und ein großer Springer, der Österreicher Stefan Kraft, hat sogar in Garmisch die Qualifikation verpasst.

Und doch, so ein bisschen Spannung bleibt durch Eisenbichler möglicherweise bestehen. Vielleicht hält sich ja diese plötzliche Construct, vielleicht trägt sie ihn nun weiter, auch wenn er sagt, „nein, ich darf jetzt nicht glauben, das läuft alles von alleine, ich muss weiterarbeiten, ich muss dranbleiben.“

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Von admin

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