Ungewohnte Neujahrsansprache: Kim redet mehr über Fabriken als über USA

Samstag, 01. Januar 2022


Ungewohnte Neujahrsansprache

Kim redet mehr über Fabriken als über USA

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Kim Jong Un ist in Nordkorea bereits seit zehn Jahren an der Macht.

(Foto: by potential of REUTERS)

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Normalerweise nutzt Kim Jong Un seine Neujahrsansprachen für bedeutende außenpolitische Ankündigungen oder zur Enthüllung militärischer Pläne. Doch diesmal dreht sich die Rede des nordkoreanischen Machthabers mehr um innenpolitische Themen. Grund dürfte die wirtschaftliche Krise im Land sei.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat in seiner Rede zum Jahresende mehr über Traktorenfabriken und Schuluniformen gesprochen als über Atomwaffen oder die USA. Die staatlichen Medien berichteten, Nordkoreas Ziele für 2022 seien die Belebung der Wirtschaft und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen „im großen Kampf um Leben und Tod“.

Der innenpolitische Schwerpunkt der Rede offenbarte die wirtschaftliche Krise, in der sich das Land befindet, seit es sich wegen der Corona-Pandemie noch stärker abriegelte. Mit der Rede wurde die Plenartagung des achten Zentralkomitees der Arbeiterpartei Koreas (WPK) des Jahres 2021 beendet. Die Tagung fiel mit dem zehnten Jahrestag der Übernahme Führung des Landes durch Kim Jong Un nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2011 zusammen.

Kim hat in der Vergangenheit oft Neujahrsansprachen genutzt, um bedeutende politische Ankündigungen zu machen. 2018 gab er eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea bekannt, 2019 erklärte er seinen Wunsch nach weiteren Gesprächen mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump.

„Kim hat in der Vergangenheit seine Reden rund um das Neujahrsfest genutzt, um den USA und Südkorea entgegenzukommen, aber auch um die Entwicklung von Atomwaffen und andere militärische Pläne zu enthüllen“, schrieb die in Seoul ansässige Webseite „NK News“, die die Aktivitäten Nordkoreas beobachtet.

Nordkorea hatte zuletzt erklärt, es sei offen für die Wiederaufnahme von Gesprächen unter der Bedingung, dass die Regierungen in Washington und Seoul Schritte zur Beendigung der „feindseligen Politik“ wie Sanktionen und Militärübungen unternehmen. Die Beratungen zwischen Nordkorea und den USA über einen Stopp des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms im Gegenzug für eine Lockerung der US-Sanktionen sind seit geraumer Zeit festgefahren.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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