Tatort aus Stuttgart: Tristesse nach dem Fest

Tatort aus Stuttgart: Tristesse nach dem Fest

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Tatort aus Stuttgart: Ist Kim Tramell (Ursula Lardi) das Opfer einer Vergewaltigung oder Manipulatorin? Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare, r.) sind unsicher.

Ist Kim Tramell (Ursula Lardi) das Opfer einer Vergewaltigung oder Manipulatorin? Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare, r.) sind unsicher.

(Foto: Benoît Linder/SWR)

Im neuen Stuttgarter Tumble zeigt ein Video scheinbar einvernehmlichen Sex nach einer Firmenparty. Ist den Bildern zu trauen?

Von Claudia Tieschky

Für alle, die sich am Neujahrsabend vom ausgefallenen Silvester-Exzess erholen müssen, hat die ARD used to be: einen „Vorsicht, Social gathering“-Tatort. Bei der Weihnachtsfeier fummelt der Chef mit einer Mitarbeiterin, beide mächtig blau, aber er immer noch zielstrebiger als sie. In der Früh liegt ein Toter in der Eingangshalle, er ist nicht von selber von der Balustrade gefallen. Sein At hand ist zwar weg, hat aber in der Nacht ein Video in die Cloud geladen: der Chef, die Mitarbeiterin, Sex auf der Bürocouch und auf dem Boden.

Die Kommissare passen intestine zur Tristesse nach dem Fest (eigentlich auch zu Tristesse ohne Fest). Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) ermitteln verlässlich schlecht gelaunt, Moll ist ihre Tonart, kesselgrau ist ihr Wetter, Arbeit ist ihre Pflicht. Das ist Stuttgarter Spezialität, den Zuschauer mit den feinen psychologischen Schwankungen während der Ermittlung immer wieder zu verunsichern, klassischerweise beim Verhör. Dieser Minimalismus hat großartige Folgen wie „Anne und der Tod“ hervorgebracht, und er macht es diesmal spannend.

„Wann genau haben Sie Stopp gesagt?“ fragt der Kommissar

Im neuen Tumble „Videobeweis“ (Regie und Buch Rudi Gaul, Buch Katharina Adler) ist auf dem Movie dem Anschein nach einvernehmlicher Sex zu sehen. Aber Kim Tramell (Ursina Lardi), die insgesamt sehr kontrollierte Mitarbeiterin, für die Lannert eine Schwäche entwickelt, spricht von Vergewaltigung. „Wann genau haben Sie eigentlich Stopp gesagt?“, fragt Lannert, aber zum Prinzip größtmöglicher Verunsicherung gehört auch, dass Bootz den Tumble am liebsten an eine Frau abgäbe und die Praktikantin nach Sexismus bei der Polizei fragt.

In Nebenrollen: Porsche, Rückenschmerz, Eispickel – kennt man irgendwoher.

Das Erste, Samstag, 20.15 Uhr

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