Premier Johnson unter Druck: Downing Avenue feierte vor Philips Beisetzung

Freitag, 14. Januar 2022


Premier Johnson unter Druck

Downing Avenue feierte vor Philips Beisetzung

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Queen Elizabeth II. musste wegen der Corona-Regeln bei der Beisetzung alleine in der Kapelle sitzen.

(Foto: recount alliance / empics)

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Wegen mutmaßlicher Lockdown-Partys in der Downing Avenue steht Premierminister Boris Johnson unter Druck. Nun berichtet eine Zeitung, dass seine Mitarbeiter auch am Abend vor der Beisetzung von Prinz Philip die Korken knallen ließen. Dabei herrschten zu dem Zeitpunkt strikte Abstandsregeln.

Dutzende Mitarbeiter des britischen Premierministers Boris Johnson haben am Vorabend der Beisetzung von Queen-Gemahl Prinz Philip im April 2021 einem Bericht zufolge Lockdown-Partys in der Downing Avenue gefeiert. Es habe sich um die Verabschiedung von zwei Vertrauten des Regierungschefs gehandelt, berichtete die Zeitung „Daily Telegraph“ am Donnerstagabend unter Berufung auf Augenzeugen. Johnson selbst war demnach nicht anwesend. Die Zeitung schrieb, die Berichte seien von Downing Avenue nicht dementiert worden.

Mitte April 2021 waren strikte Abstandsregeln in Kraft, Mitglieder verschiedener Haushalte durften sich nicht in geschlossenen Räumen treffen. Die Zeitung betonte, dass Queen Elizabeth II. am nächsten Tag bei der Beisetzung ihres Ehemanns wegen der Corona-Regeln ganz alleine in der Kapelle sitzen musste. Auf den Partys sei viel Alkohol getrunken sowie getanzt worden, berichtete der „Telegraph“ weiter. Eine Beraterin Johnsons sei zeitweise für die Musik verantwortlich gewesen.

Aus einem nahen Supermarkt sei in einem Koffer alkoholischer Nachschub geholt worden. Ein Teilnehmer habe im Garten von Johnsons Amtssitz die Schaukel von dessen Sohn genutzt und dabei kaputt gemacht. Insgesamt sollen an den beiden anfangs separaten Veranstaltungen, die sich gegen Mitternacht vermischt hätten, etwa 30 Menschen teilgenommen haben.

Johnson steht wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in der Downing Avenue im Mai und Dezember 2020 massiv in der Kritik. Die Opposition und einige Tory-Abgeordnete fordern seinen Rücktritt. Erst am Mittwoch hatte sich der Premier entschuldigt. Dies ist nun der erste Zwischenfall aus dem Jahr 2021, der bekannt wird. Kommentatoren wiesen vor allem auf die zeitliche Nähe zur Beisetzung des Queen-Gemahls hin. Johnson hatte darum gebeten, das Ergebnis einer laufenden internen Ermittlung abzuwarten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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