Präsident Matarella tritt ab: Rechter Block unterstützt Berlusconis Kandidatur

Freitag, 14. Januar 2022


Präsident Matarella tritt ab

Rechter Block unterstützt Berlusconis Kandidatur

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Er will es nochmal wissen: Der 85-jährige Silvio Berlusconi will italienischer Staatspräsident werden. Die Unterstützung der rechten Parteien Lega und Fratelli d’Italia hat er sicher.

(Foto: checklist alliance / ROPI)

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Politisch spielt Berlusconi schon lange keine Rolle mehr, dennoch will der schillernde Ex-Regierungschef Präsident von Italien werden. Die Unterstützung der politisch extremen Rechten hat er sicher. Allerdings könnte auch Regierungschef Draghi seinen Hut in den Ring werfen. Und eine Musiklegende.

Italiens rechte Parteien haben ihre Unterstützung für die Bewerbung des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi für das Amt des Staatspräsidenten erklärt. Die Einigung erfolgte nach einem Treffen Berlusconis mit dem Parteichef der rechtsradikalen Lega, Matteo Salvini, sowie der Vorsitzenden der neo-faschistischen Fratelli d’Italia, Giorgia Meloni.

Die drei Parteichefs „sind sich einig, dass Silvio Berlusconi die richtige Person ist, um in dieser schwierigen Negate das hohe Amt zu bekleiden“, erklärten sie. Der italienische Staatspräsident repräsentiere die nationale Einheit des Landes, betonten die Parteien. Um seiner Rolle gerecht zu werden, müsse er über „Autorität, Ausgewogenheit und internationales Ansehen“ verfügen. Berlusconi bringe die nötige „Autorität und Erfahrung“ mit, die das Land verdiene.

Experten glauben nicht an Erfolg Berlusconis

Italien beginnt in zehn Tagen mit der Wahl eines neuen Präsidenten. Staatspräsident Sergio Mattarella wird am 3. Februar zurücktreten, dann endet seine siebenjährige Amtszeit. Auch wenn es sich um einen eher repräsentativen Posten handelt, kommt dem Präsidenten in Krisenfällen eine zentrale Rolle zu. An einen Erfolg Berlusconis, der von seiner rechtsgerichteten Partei Forza Italia ins Rennen geschickt wurde, glauben nur wenige Experten. Der 85-Jährige wurde rechtskräftig verurteilt und ist noch immer in Prozesse verwickelt, die mit seinen früheren Intercourse-Partys zu tun haben.

In der italienischen Presse zirkulieren seit Wochen zahlreiche weitere Namen für die Präsidentschaftskandidatur, darunter der aktuelle EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, der ehemalige christdemokratische Präsident des Abgeordnetenhauses, Pier Ferdinando Casini, sowie der 82-jährige Giuliano Amato, ein glühender Europäer und Mitverfasser der Europäischen Verfassung.

Bleibt Draghi Regierungschef?

Zuletzt hatte sogar die italienische Rocklegende Gianna Nannini ihre Kandidatur ins Spiel gebracht. In einem Video auf Instragram sagte sie: „Ich ergreife die Gelegenheit und kandidiere offiziell für das Amt des Präsidenten der italienischen Republik.“ Sie wäre die erste Frau im Amt.

Auch ein Wechsel des italienischen Regierungschefs Mario Draghi in den Quirinalspalast gilt als möglich. Draghi hat sich dazu jedoch nicht öffentlich geäußert. Zudem drohte Berlusconis Partei Forza Italia, das breite Regierungsbündnis zu verlassen, falls Draghi Präsident werde. Viele Italiener hoffen, dass Draghi noch bis zum Ende der Legislaturperiode 2023 Regierungschef bleibt, um für das Land wichtige Reformen weiter voranzutreiben. Zudem dürfte es schwierig werden, einen Nachfolger zu finden, der die Regierungskoalition genauso gut zusammenhält wie der 74-Jährige.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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Von admin

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