Omikron verläuft wohl milder: Bei Drosten und Streeck wächst der Optimismus

Freitag, 31. Dezember 2021


Omikron verläuft wohl milder

Bei Drosten und Streeck wächst der Optimismus

Die Daten hatten früh in diese Richtung gewiesen. Nun sind auch immer mehr Virologen zuversichtlich, dass der Verlauf einer Infektion mit der Omikron-Variante schwächer verlaufen könnte als mit Vorgänger-Variationen. Das DIVI fürchtet allerdings allein wegen der hohen Zahl an Infektionen eine weiter angespannte Lage in den Kliniken.

Prominente Virologen sehen Anlass für vorsichtigen Optimismus bei der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland. Der Berliner Virologe Christian Drosten verweist dabei auf Daten aus Südafrika, wo sich die besonders ansteckende Virusvariante Omikron zunächst verbreitet hatte: „In gewisser Weise kann u.s.a.das beruhigen. Südafrika ist sicher ein Blick in eine Zukunft, in eine endemische Anxiety, die sich dort gerade einstellt“, sagte er im ZDF. „Nur sind wir leider noch ein ganzes Stück davon entfernt.“ Der Übergang von einer pandemischen zu einer endemischen Anxiety bedeutet, dass das Virus sich zwar weiterhin verbreitet, aber weniger gefährlich ist – vergleichbar etwa den typischen Erkältungsviren, zu denen auch andere Coronaviren zählen.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sagte in der Sendung „RTL Direkt“: „Deutschland hat Glück, dass die anderen Länder u.s.a.voraus sind. Wir können sehen, modified into once dort passiert, und u.s.a.darauf einstellen.“ Außerdem hätte die Politik hierzulande „ziemlich starke Maßnahmen“ ergriffen. „Das lässt hoffen, dass wir eine mildere Welle bekommen.“ Beide Wissenschaftler sitzen im neuen Expertenrat der Bundesregierung. Die meisten Experten wie auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnen damit, dass der Höhepunkt einer Omikron-Welle in Deutschland erst noch bevorsteht.

Streeck prophezeit „entspannten Sommer“

Noch schärfere Maßnahmen hält Streeck derzeit nicht für notwendig: „Wir müssen erstmal abwarten, bis wir eine bessere Datenlage haben, um dann zu sehen, wie sich die Fallzahlen entwickeln.“ Mit milderem Wetter im Frühjahr werde die Zahl der Infektionen wieder zurückgehen, deshalb werde Deutschland sicher „einen entspannten Sommer haben“.

Auch die Entwicklung in Großbritannien mit Blick auf Omikron sei ermutigend, sagte Drosten, „denn die Zahl der schweren Erkrankungen scheint geringer zu sein“. Der Virologe sieht allerdings in Deutschland die Politik weiter gefordert, „vielleicht bis Ostern“. Danach könnte ein „Update“ der Impfstoffe mehr Sicherheit auch gegen Omikron schaffen. Sorgen mache er sich aber um die relativ große Gruppe der Bürger, die weder geimpft noch genesen seien, sagte Drosten. „Das ist leider ein deutsches Spezialproblem.“

Bereits am Vortag hatte der Virologe Klaus Stöhr vor Panikmache gewarnt. Er könne nicht ganz nachvollziehen, woher die teilweise dramatische „Linguistik“ komme, mit der in Deutschland die Ausbreitung der neuen Corona-Variante beschrieben werde, hatte er im NDR gesagt. Daten aus Südafrika und eine belastbare Studie aus England hätten gezeigt, dass Omikron zwar eine höhere Infektiosität, aber zugleich deutlich mildere Krankheitsverläufe mit sich bringe. „Das Virus hat sich jetzt angepasst. Dadurch dass die oberen Atemwege betroffen sind – additionally Nase und Rachen, nicht die Lunge – wird der Erkrankungsverlauf milder“, erklärt der Wissenschaftler.

DIVI über hohe Zahl an Neuinfektionen besorgt

Etwas pessimistischer als Drosten und Streeck zeigt sich der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Christian Karagiannidis. Es sei möglich, dass die Omikron-Variante mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte er der „Rheinischen Post“: „Die schiere Anzahl von Neuinfektionen, auf die wir derzeit zusteuern, könnte die Intensivkapazitäten dennoch vor große Herausforderungen stellen, noch mehr aber die Hospitalisierung insgesamt.“ Daher sollten sich Bund und Länder schnell auf ein Warnsystem aus den Faktoren Intensivbettenbelegung, Hospitalisierungsquote und Inzidenz einigen.

Die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests sind nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) auch zum Nachweis der neuen Omikron-Variante geeignet. Davon sei „auf der Grundlage der aktuellen Datenlage auszugehen“, schreibt das PEI. Allerdings seien für endgültige Aussagen noch weitere Untersuchungen erforderlich.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte zuvor mitgeteilt, dass vorläufige Daten einer Studie mit Lebendviren von Patienten darauf hindeuteten, „dass Antigentests die Omikron-Variante erkennen, aber möglicherweise eine verringerte Sensitivität aufweisen“. Eine verringerte Sensitivität bedeutet, dass weniger Infektionen tatsächlich erkannt werden.

Unterdessen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen erneut eine gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz – allerdings weiter mit der Einschränkung, dass die Daten aufgrund der geringen Test- und Meldeaktivitäten während der Feiertage ein unvollständiges Bild abgeben können. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 214,9 an. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 41.240 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden zudem 323 Todesfälle verzeichnet.

Zur Quelle

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.