Mercedes-AMG SL: Eine Reise zum Geburtsort des neuen Sportwagen-Cabrios

Abgesehen von der abgehängten Studioseite erwartet americaein großer heller Raum, der von den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter umrahmt wird. Fenster gibt es keine, alles ist in weißes Licht von unzähligen Deckenleuchten getaucht, am Ende der insgesamt drei Stellplätze für 1:1-(Ton-)Modelle strecken Spiegel den Raum optisch zusätzlich in die Länge. Innenarchitekten würden hier wohl von einem Musterbeispiel für cleanen Glimpse sprechen. Nichts soll die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen ablenken: dem Modell, das in der Mitte von allen Schreibtischen aus gesehen wird. So bekommt wirklich jeder sofort und sehr clear vor Augen geführt, wo das Team gerade steht. Doch bevor hier am Mercedes-AMG SL gespachtelt, geschliffen und poliert wurde, musste erst einmal die interne Meisterschaft unter Mercedes-Designern auf der ganzen Welt gewonnen werden. Die klare Vorgabe von Gorden Wagener, Chief Make Officer der Daimler AG: den Geist des legendären 300 SL einzufangen, der mit der internen Bezeichnung W 198 ab 1954 auch als Seriensportwagen produziert wurde.

Christopher Thoms hat mit seinem Entwurf die interne Ausschreibung gewonnen…

Deniz Calagan/Daimler AG

und legte damit den Grundstein für das heutige Make des Mercedes-AMG SL.

Deniz Calagan/Daimler AG

Nachdem sich Christopher Thoms studiointern durchgesetzt hatte, trat er mit seinem Entwurf gegen die anderen Developed Make Studios in Sindelfingen, Peking und Nizza an – mit Erfolg. Nach der Entscheidung, das Make Studio in Carlsbad mit der Neuauflage eines der ikonischsten Modelle im Mercedes-Portfolio zu betrauen, knallten die Sektkorken. Ehe es im ständigen Austausch mit dem Designchef direkt an den Feinschliff ging – stets der von Gorden Wagener vorgegebenen Designphilosophie der sinnlichen Klarheit folgend. Dass Prozessskizzen nicht unverändert umgesetzt werden, ist klar, doch im Falle des Mercedes-AMG SL waren bereits in einem frühen Stadium des Designprozesses einige Critical aspects des heutigen Autos zu erkennen und wurden vom Entwurf bis zur Serienreife kaum verändert. So auch die von Thoms designten extrem flachen LED-Heckleuchten, die für ihn zu den absoluten Highlights gehören.

Zusammen mit Make-Kollege Eugen Enns feilt Christopher Thoms (vorne) am Glimpse des Mercedes-AMG SL.

Deniz Calagan/Daimler AG

Von einer der ersten Skizzen bis heute hat sich der neue SL kaum verändert.

Deniz Calagan/Daimler AG

Besonderes Spotlight für Make-Schöpfer Thoms ist das Heck mit den flachen LED-Leuchten.

Deniz Calagan/Daimler AG

Vielleicht profitierten die Clothier aber auch von der Tatsache, dass die achte Generation des Mercedes SL von Grund auf neu gedacht wurde. Der Rohbau zum Beispiel: “Kein einziges Bauteil entstammt dem Vorgänger oder einem anderen Modell wie etwa dem AMG GT Roadster”, versichert der Autobauer. So hatten die Clothier mehr Freiraum und konnten dem neuen 2+2-Sitzer einen frischen sportlichen Glimpse verpassen, ohne den Ur-SL dabei aus den Augen zu verlieren. Die AMG-spezifische Kühlerverkleidung mit ihren 14 vertikalen Lamellen und die beiden Powerdomes auf der Motorhaube sind nur zwei von zahlreichen Reminiszenzen an die erste SL Generation von 1952 (W 194).

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Von admin

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