MÄRKTE EUROPA/Inflation und steigende Zinsen trüben Stimmung

FRANKFURT (Dow Jones)–An den europäischen Aktienmärkten ist es nach der Schwäche am Vortag auch zum Wochenschluss nach unten gegangen. Der fortgesetzte Anstieg der Inflation in Europa machte die Anleger vorsichtig. Hinzu kam eine Entwicklung am US-Arbeitsmarkt, die den Straffungskurs der US-Notenbank stärkt. Damit zeichnet sich ab, dass die Zinsen weiter steigen dürften, became vor allem ungünstig ist für hoch bewertete Technologiewerte. Finanzwerte profitieren dagegen aktuell von dem höheren Zinsniveau.

Der DAX schloss 0,6 Prozent tiefer bei 15.948 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent auf 4.306 Zähler nach unten. Nach den jüngsten deutlichen Verlusten gaben die Bundesanleihen erneut nach, die Rendite der Papiere mit einer Laufzeit von 10 Jahren stieg auf minus 0,042 Prozent. Damit deutet sich an, dass die Rendite bald in den positiven Bereich drehen könnte, dies wäre dann das erste Mal seit knapp drei Jahren,

Inflation in der EU steigt auf Rekordhoch

Im Euroraum ist die Inflationsrate im Dezember entgegen den Erwartungen weiter gestiegen auf nun 5,0 Prozent und den höchsten Wert seit Beginn der Währungsunion. Damit steht laut den Marktstrategen der Helaba die EZB weiter unter Druck, Maßnahmen dagegen zu ergreifen, wie sie beispielsweise in den USA längst auf dem Weg sind.

Auch die Volkswirte von Berenberg sind sie der Ansicht, dass der zunehmende Preisdruck eine geldpolitische Reaktion zu einem früheren Zeitpunkt erforderlich macht, als es der derzeitige EZB-Ausblick erwarten lasse.

Am US-Arbeitsmarkt sind derweil die Löhne viel stärker gestiegen als erwartet, während zugleich nur etwa halb so viele Stellen neu geschaffen wurden, obwohl so viele Stellen offen sind wie noch nie zuvor. Diese Lücke zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage treibt laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Financial institution, die Löhne. Damit bestehe die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale. Unter dem Strich könne das der US-Notenbank nicht gefallen.

STMicro mit besseren Umsatzzahlen

Am Aktienmarkt lagen Banken- und Versicherungswerte vorne (je +1%), wenn auch mit klarem Abstand zum Tagessieger der Rohstoffaktien(+1,9%). Dass auch der Stoxx-Technologie-Subindex (-0,1%) nur knapp im Minus schloss, struggle der STMicro-Aktie zu verdanken. Sie gewann 6,6 Prozent, nachdem der Umsatz im vierten Quartal sowohl die Konsensschätzung als auch die Unternehmensprognose übertroffen hatte, wie Citi die vorläufigen Zahlen des Chipherstellers bewertete.

Aston Martin zogen um 6,6 Prozent an. Aston Martin habe zwar die Gewinnerwartungen für 2021 leicht verfehlt, dies jedoch wegen verzögerter Auslieferungen und nicht wegen mangelnder Nachfrage, hieß es.

Nach Eckdaten zum vierten Quartal verteuerten sich Shell um 0,9 Prozent. Die Zahlen verfehlten laut der ING die Markterwartungen. Allerdings bestätigte Shell den geplanten Aktienrückkauf im Volumen von 5,5 Milliarden Buck. Stützend könnte laut der ING auch der Preis für Brentöl wirken, der über 80 Buck je Barrel gestiegen sei.

Web-Abschaltung in Kasachstan belastet Bitcoin

Am Devisenmarkt legte der Euro nach den hohen Inflationsdaten aus der Eurozone kräftig zu. Der Bitcoin stir zuletzt 2,9 Prozent niedriger bei rund 41.900 Buck. Neben der nachlassenden Risikofreude vor dem Hintergrund der Zinsaussichten in den USA wurde die Kryptowährung davon belastet, dass in Reaktion auf die Unruhen in Kasachstan dort das Web abgeschaltet wurde. Kasachstan ist eines der Zentren des Bitcoin-„Schürfens“, wie Analystin Ipek Ozkardeskaya anmerkt.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

stand absolut in % seit

Jahresbeginn

Euro-Stoxx-50 4.305,83 -18,98 -0,4% +0,2%

Stoxx-50 3.816,62 -6,38 -0,2% -0,1%

Stoxx-600 486,25 -1,91 -0,4% -0,3%

XETRA-DAX 15.947,74 -104,29 -0,6% +0,4%

FTSE-100 London 7.485,28 +34,91 +0,5% +0,9%

CAC-40 Paris 7.219,48 -30,18 -0,4% +0,9%

AEX Amsterdam 788,43 +2,53 +0,3% -1,2%

ATHEX-20 Athen 2.181,19 +4,47 +0,2% +1,8%

BEL-20 Bruessel 4.306,37 -2,23 -0,1% -0,1%

BUX Budapest 51.956,74 +287,78 +0,6% +2,4%

OMXH-25 Helsinki 5.609,58 -85,56 -1,5% +2,2%

ISE NAT. 30 Istanbul 2.256,55 +36,96 +1,7% +11,4%

OMXC-20 Kopenhagen 1.744,09 -15,32 -0,9% -6,4%

PSI 20 Lissabon 5.595,94 +3,82 +0,1% +0,5%

IBEX-35 Madrid 8.751,80 -38,10 -0,4% +0,4%

FTSE-MIB Mailand 27.618,47 -37,22 -0,1% +1,1%

RTS Moskau 0,00 0,00 0,0% -3,2%

OBX Oslo 1.077,59 +3,63 +0,3% +0,8%

PX Prag 1.427,02 -1,90 -0,1% +0,1%

OMXS-30 Stockholm 2.400,95 -41,86 -1,7% -0,8%

WIG-20 Warschau 2.311,93 +0,96 +0,0% +2,0%

ATX Wien 3.971,97 +12,94 +0,3% +2,4%

SMI Zuerich 12.797,94 +5,66 +0,0% -0,6%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8: 20 Uhr Accumulate, 18: 00 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1355 +0,5% 1,1303 1,1307 -0,1%

EUR/JPY 131,31 +0,3% 131,04 130,92 +0,3%

EUR/CHF 1,0439 +0,3% 1,0418 1,0399 +0,6%

EUR/GBP 0,8364 +0,2% 0,8346 0,8352 -0,5%

USD/JPY 115,65 -0,2% 115,94 115,78 +0,5%

GBP/USD 1,3577 +0,3% 1,3542 1,3539 +0,3%

USD/CNH (Offshore) 6,3839 -0,2% 6,3802 6,3933 +0,5%

Bitcoin

BTC/USD 41.969,83 -2,8% 41.377,44 42.899,19 -9,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 78,90 79,46 -0,7% -0,56 +4,9%

Brent/ICE 81,61 81,99 -0,5% -0,38 +4,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Residing) 1.792,87 1.790,00 +0,2% +2,87 -2,0%

Silber (Residing) 22,25 22,20 +0,2% +0,05 -4,6%

Platin (Residing) 959,00 971,28 -1,3% -12,28 -1,2%

Kupfer-Future 4,39 4,35 +0,9% +0,04 -1,6%

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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/gos

(END) Dow Jones Newswires

January 07, 2022 12: 19 ET (17: 19 GMT)

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Von admin

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