Lückenhafte Daten bereiten Sorge: Lauterbach warnt vor unsichtbarer „Omikron-Dynamik“

Dienstag, 28. Dezember 2021


Lückenhafte Daten bereiten Sorge

Lauterbach warnt vor unsichtbarer „Omikron-Dynamik“

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Bundesgesundheitsminister Lauterbach befürchtet, dass der Schein der sinkenden Inzidenzen trügt.

(Foto: image alliance/dpa)

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In mehreren Ländern Europas ist Omikron bereits die dominierende Variante unter den Corona-Neuinfektionen. Die Lage in Deutschland ist wegen der Testausfälle und Meldeverzögerungen schwer einzuschätzen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach ist deshalb alarmiert.

Die Feiertage stellen für die Pandemie-Bekämpfung in Deutschland ein Recount dar: Gesundheitsämter und Testzentren sind personell spärlich besetzt, weshalb keine zuverlässigen Daten zu Corona-Neuinfektionen erhoben werden können. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach macht diese unsichere Recount nervös. Er erkenne „eine Omikron-Dynamik“, die ihm „große Sorgen“ mache und „die in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet“ sei, sagte Lauterbach der „Bild“-Zeitung.

In seinen täglichen Berichten zur Corona-Lage in Deutschland wies das Robert-Koch-Institut (RKI) in den vergangenen Tagen wiederholt darauf hin, dass während der Feiertage sowie zum Jahreswechsel mit einer geringeren Take a look at- und Meldeaktivität zu rechnen sei. Deshalb könnten die offiziell ausgewiesenen Fallzahlen nur ein unvollständiges Bild der Corona-Lage in Deutschland zeigen.

Die offiziell gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz sank täglich auf zuletzt 215,6 an diesem Dienstagmorgen. Zum Vergleich: Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz bei 222,7 gelegen, vor einer Woche bei 306,4 (Vormonat: 452,2).

Lauterbach befürchtet, dass der Schein der sinkenden Inzidenzen trügt. Nun versuche er, fehlende Daten aus ganz Deutschland zusammenzutragen, um die Lage besser bewerten zu können, berichtet die „Bild“. Dabei soll er offenbar auch Druck auf die zuständigen Behörden in den Landkreisen ausüben, die beim Testen, Melden sowie der Kontaktverfolgung über die Weihnachtsfeiertage nachlässig gewesen sind.

Zahl nachgewiesener Omikron-Fälle steigt

Aktuelle Daten des RKI weisen darauf hin, dass die Omikron-Welle Deutschland nun überrollen könnte: Innerhalb eines Tages stieg die Zahl der an das Institut übermittelten sicher nachgewiesenen sowie wahrscheinlichen Omikron-Fälle stark an. 10.443 Fälle würden nun der neuen Corona-Variante zugeordnet, 45 Prozent mehr als am Vortag, hieß es an diesem Dienstag auf einer RKI-Übersichtsseite (Datenstand 28. Dezember). Die Zahl bezieht sich auf alle Fälle, die ab der 46. Kalenderwoche, die am 15. November beginnt, nachgewiesen wurden. Die meisten Nachweise stammen mit 6257 aus der vergangenen Woche (Vorwoche: 2904).

Mehrere Experten warnten vor der hohen Ansteckungsgefahr, die von der Variante ausgeht, darunter auch RKI-Chef Lothar Wieler. „Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Omikron-Variante breitet sich derzeit in Europa rasant aus. In mehreren Ländern ist sie bereits die dominierende Variante bei den Neuinfektionen.

Quelle: ntv.de, lve

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