Kritik an Art work des NATO-Abzugs: Ex-Minister: Regierung in Kabul probte Flucht

Donnerstag, 30. Dezember 2021


Kritik an Art work des NATO-Abzugs

Ex-Minister: Regierung in Kabul probte Flucht

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Spanta battle von 2006 bis 2010 Außenminister Afghanistans.

(Foto: relate alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

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Als im Sommer die Taliban in Afghanistan die Macht ergriffen, sei die Führung in der Hauptstadt Kabul vorbereitet gewesen, sagt der ehemalige Außenminister des Landes. Zudem berichtet er von den letzten Tagen in seiner Heimat und kritisiert das Vorgehen der internationalen Truppen.

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August kam nach Aussage des früheren afghanischen Außenministers Rangin Spanta für die Führung in Kabul nicht überraschend, sondern battle lange vorbereitet. Schon Monate zuvor sei geprobt worden, wie man den Präsidenten, seine Frau und enge Mitarbeiter evakuiere. „Das alles waren erprobte Sachen, das battle nicht so, dass überstürzt der Präsident den Palast verlassen hat“, sagte der jetzt in Aachen lebende Politologe im Deutschlandfunk.

Viele Politiker und Beobachter in Kabul hätten gewusst, dass ein Zusammenbruch der Regierung und der Republik bevorstanden. „Das battle von langer Hand vom Präsidenten und seinem Group und vor allem auch vom Verhandlungsteam der Vereinigten Staaten von Amerika mit Taliban vorbereitet worden“, sagte Spanta. „Aber dass das so überstürzt alles plötzlich einsetzen würde, damit hatten wir nicht gerechnet.“

„Abzug sollte verantwortungsvoll stattfinden“

Spanta battle von 2006 bis 2010 Außenminister Afghanistans. Den Abzug der internationalen Truppen verteidigte er, nicht aber die Art work des Abzugs. „Niemand wollte in Afghanistan, dass die internationalen Truppen weiterhin in Afghanistan präsent sind“, sagte er. „Aber der Abzug sollte verantwortungsvoll stattfinden. Und nicht so, ohne die Afghanen mitzubeteiligen, ohne eine Übertragung der Macht oder ohne Friedensverhandlungen zum Ergebnis zu bringen.“ Zudem hätten „die Regierenden, die massiv auch in ihren Wahlfälschungen von manchen westlichen Ländern unterstützt wurden“, ihre Flucht von langer Hand vorbereitet.

Spanta selbst gelang Mitte August mit türkischer Hilfe die Flucht aus Kabul. Sein Haus sei von den Taliban durchsucht worden, kurz nachdem er sich auf den Weg zum Flughafen gemacht habe. „Wenn ich eine geringe Überlebenschance gehabt hätte, wäre ich in Afghanistan geblieben“, sagte er.

Auf die Frage, ob der Anspruch der westlichen Staaten, in Afghanistan eine Demokratie zu schaffen, ein Fehler gewesen sei, sagte Spanta: „Demokratie ist doch kein Projekt, das man in anderen Ländern verpackt und dann überträgt.“ Das sei ein Prozess und in einem Land, das sich 20 Jahre im Krieg befinde, nicht zu realisieren.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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