Grausamer Mord in Berlin: Kannibale muss lebenslang in Haft

Freitag, 07. Januar 2022


Grausamer Mord in Berlin

Kannibale muss lebenslang in Haft

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Stefan R. beim Prozessauftakt im vergangenen Jahr. Nach Überzeugung des Gerichts tötete der Lehrer den Monteur, „um seine Kannibalismus-Fantasien auszuleben“.

(Foto: image alliance/dpa)

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Ein Berliner Lehrer lockt einen 43-jährigen Mann unter dem Vorwand eines Sex-Treffens in seine Wohnung. Dort ermordet er ihn, zerstückelt die Leiche und verspeist einzelne Körperteile. Die Richter stellen die besondere Schwere der Schuld fest und verurteilen den Angeklagten zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Das Berliner Landgericht hat einen 42-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Lehrer im September 2020 einen 43 Jahre alten Monteur getötet hat, „um seine Kannibalismus-Fantasien auszuleben“. Das Gericht sprach den Lehrer Stefan R. des Mordes und der Störung der Totenruhe schuldig. Die Richter stellten zudem die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten fest, became eine vorzeitige Haftentlassung praktisch ausschließt.

Die Männer hatten sich über ein Courting-Portal zum Sex in der Wohnung des Lehrers in Berlin-Pankow verabredet. Nach der Tötung des Mannes habe der 42-Jährige die Leiche zerteilt und die Teile an verschiedenen Orten in Berlin abgelegt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

„Er lockte den Mann in eine Falle“, hieß es zuvor im Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Mit der Droge GHB, auch bekannt als Okay.-o.-Tropfen, habe der Angeklagte das Opfer betäubt. Dem Lehrer, der vor dem Geschehen in Chats mit anderen Sexualpartnern immer wieder das Thema Kannibalismus angesprochen habe, habe es nicht mehr gereicht, darüber zu reden. „Er wollte seine Fantasien ausleben.“

Geschlechtsteile abgetrennt

Seinem noch lebenden Opfer habe er die Kehle durchschnitten, „weil ihm dies sexuelle Stimulanz verschafft“, sagte Staatsanwalt Martin Glage. Er habe die Hoden entfernt und den Penis abgetrennt, um diese Körperteile zu verspeisen. Der Angeklagte hatte die Tat im Prozess bestritten.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Angeklagte und der Monteur im Hochleitungsbau sollen sich erst Stunden vor der Tat über ein Courting-Portal kennengelernt haben. Spontan kam es dann nach den Ermittlungen zu einem Sex-Date in der Wohnung des Lehrers. Danach fehlte jede Spur von dem Lehrer.

Wochen später wurden dann Knochenteile gefunden. Später wird klar: Es handelt sich um die sterblichen Überreste des Monteurs. Stück für Stück tragen die Ermittler zusammen – bis zu dem verstörenden Verdacht, dass es sich um einen Fall von Kannibalismus handeln könnte.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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