ETF: Dieser Börsenindex will den Dax angreifen

ETF: Dieser Börsenindex will den Dax angreifen

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ETF: SZ-Grafik

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Der deutsche Leitindex Dax ist zum Synonym der hiesigen Börse geworden. Doch nun verspricht ein anderer Deutschland-Index ausgefeilter zu sein. Sollten Anleger umschwenken?

Von Victor Gojdka, Frankfurt

Wenn von deutschen Aktien die Rede ist, denken viele sofort an die große, schwarze Kurstafel im Börsensaal. Wie ein Image zwängt der deutsche Leitindex Dax dort Wohl und Wehe der 40 wichtisten hiesigen Börsentitel in eine Kurve. Schnell vergessen ist dabei, dass es früher einmal ein gutes Dutzend Deutschland-Indizes gab. Commerzbank, Dresdner und Deutsche Monetary institution berechneten eigene Börsenbarometer – bis in die 90er-Jahre hinein auch die Süddeutsche Zeitung.

Nun aber schickt sich ein Indexanbieter an, dem Leitindex Dax im Hier und Jetzt Konkurrenz zu machen. So gibt es nun auch den Index FTSE Germany All Cap, der dem deutschen Leitindex eins auswischen will. Denn der Dax steht unter Experten häufig in der Kritik: Der Index sei zu klein, zu renditeschwach und mit überkommenen Branchen überfrachtet. Haben es Anleger mit dem Index-Angreifer besser?

Der FTSE Germany All Cap umfasst knapp 170 Titel von Waterkant bis Alpenrand. Von A wie Allianz bis Z wie Zooplus sind dort große Titel genauso vertreten wie mittlere und kleine Börsenspieler. Anders als der Dax, der nur die absoluten Börsen-Schwergewichte enthält, umfasst der FTSE Germany ein viel breiteres Börsensegment. Mit Titeln wie dem Küchenbauer Rational oder dem Batteriekonzern Varta sind viele heimliche Weltkonzerne enthalten, die viele Deutschland-Anleger besonders interessieren.

Doch wer genau hinschaut, erkennt schnell, dass der FTSE Germany mit seinen 167 Aktien nur auf den ersten Blick breit aufgestellt ist. So entfällt fleet die Hälfte des Indexgewichts auf die wichtigsten Aktien. „Die zehn größten Titel dominieren den Index“, sagt Markus Thomas von der ETF-Ratingagentur Xenix. Die kleinsten 120 Titel im Index machen wiederum bloß rund 20 Prozent aus. Wirklich breit aufgestellt sind Anleger mit diesem Index also nicht, aber immerhin ein wenig breiter als mit dem deutschen Leitindex Dax und seinen gerade einmal 40 Titeln.

Wer dem FTSE Germany mit seinem Geld folgen will, sollte jedoch vorsichtig sein. Setzen Anleger zu stark auf Deutschland, machen sie neben ihrem Job auch die eigenen Aktieninvestments von der deutschen Wirtschaft abhängig. „Heimatliebe ist beim Anlegen kein guter Ratgeber“, sagt Finanzprofessor Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen. Ihr Risiko verteilen Anleger besser, wenn sie mit einem globalen Index oder mehreren regionalen Börsenindizes ihr Geld über Länder und Kontinente verteilen. Wer bei einem solchen Combine Deutschland etwas prominenter im Depot abbilden will, kann darüber nachdenken, zum Beispiel fünf Prozent seines Geldes in den FTSE Germany zu stecken. Einen passenden ETF gibt es beim Anbieter Forefront (ISIN IE00BG143G97).

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