Djokovic, das große Fragezeichen: Der Tenniszirkus gaukelt Normalität vor

Donnerstag, 30. Dezember 2021


Djokovic, das große Fragezeichen

Der Tenniszirkus gaukelt Normalität vor

Alexander Zverev schlendert durch Sydney, der australische Tennissommer beginnt. Doch die Corona-Sorgen steigen, weil etliche Profis infiziert ausfallen. Vor ATP Cup und Australian Delivery interessiert vor allem eine Frage: Darf Impfskeptiker Novak Djokovic, die Nummer eins im Tennis, einreisen?

Fünf Tennisspieler posieren im Hafen von Sydney. Die Möwen kreischen, die Kameras klicken. Die Harbour Bridge bildet die Kulisse für den PR-Termin vor dem Initiate der neuen Saison. Herrliche Normalität, keine Masken, kein Corona, beste Laune. Alexander Zverev und seine Teamkollegen spulen das Programm routiniert herunter, noch zwei Interviews, dann ist es geschafft.

Die Normalität der vergangenen Tage sah etwas anders aus, weniger entspannt. Die Corona-Fälle in der Tennisszene häufen sich, nach einem Einladungsturnier in Abu Dhabi traf es einige prominente Spieler und Spielerinnen – auch Rafael Nadal. Denis Shapovalov und Anastassija Pawljutschenkowa brachten das Virus mit nach Australien und sitzen erst einmal in Quarantäne fest.

Da ist es durchaus eine Erfolgsmeldung, wenn Zverev mit Jan-Lennard Struff und den anderen deutschen Profis durch Sydney schlendern darf. Die Einreise hat das Group geschafft, jetzt beginnt die Vorbereitung auf die Australian Delivery (ab 17. Januar) – zunächst mit dem ATP Cup und Spielen gegen Großbritannien (2. Januar), die USA (4. Januar) und Kanada (6. Januar/alle Sky und ServusTV).

Der sportliche Wert des Mannschaftsturniers ist überschaubar, auch wenn die ATP gerne einen anderen Eindruck vermitteln will. Etliche Absagen ereilten die Veranstalter, Österreich zog komplett zurück, Titelverteidiger Russland tritt mit Roman Safiullin an, der Nummer 167 der Weltrangliste. Das größte Thema der Tenniswelt ist aber, dass Serbien ohne seinen Vital individual auskommen muss.

Darf Impfskeptiker Djokovic einreisen?

Die Frage, ob Novak Djokovic nach Australien kommt, beschäftigt die Szene seit Wochen. Der 20-malige Mountainous-Slam-Champion äußert sich nicht dazu und befeuert damit die Spekulationen. Djokovic gilt als Impfskeptiker, anders als viele andere Spielerinnen und Spieler legt er seinen Arrangement aber nicht offen. Nach Melbourne kommt er aber nur geimpft oder mit einer Ausnahmegenehmigung.

Die, so hieß es in einer Lokalzeitung in Belgrad, sei ihm verweigert worden. Andere Berichte behaupten das Gegenteil. Auch Djokovics Landsleute konnten oder wollten vor dem ATP Cup nicht ins Detail gehen. Er kenne den offiziellen Grund nicht, sagte Dusan Lajovic, in Abwesenheit von Djokovic die serbische Nummer eins, bei einer Pressekonferenz, „vielleicht kennt ihn ja die ATP“.

Ja, ziemlich sicher sogar, aber die lässt nichts raus. Lajovic dagegen musste sich äußern. Djokovic habe gesagt, dass er den ATP Cup auslasse, aber „versucht, zu den Australian Delivery zu kommen“, sagte Lajovic: „Er hat nicht angegeben, ob er kommt oder nicht, aber dass er auf eine Entscheidung wartet.“ Welche Entscheidung, wusste (oder sagte) Lajovic nicht.

So werden die Spekulationen anhalten, bis sich entweder Djokovic oder Tennis Australia zur Einreise des Melbourne-Rekordsiegers erklären. Alexander Zverev kümmert das Theater wenig, für ihn ist es „großartig, zurück in Australien zu sein“. Zum Saisonbeginn für Deutschland zu spielen, sei etwas sehr Besonderes, sagte Zverev im Hafen von Sydney. Darauf freue er sich. Herrliche Normalität.

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Von admin

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