Diese Kosten kann man bei einem Umzug von der Steuer absetzen

Wer umzieht, kann sich einen Teil der Kosten steuerlich zurückerstatten lassen: Entweder als Werbungskosten in der „Anlage N“ oder als haushaltsnahe Dienstleistung in der „Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen“. Dies gilt sowohl für Umzüge aus privaten, beruflichen oder gesundheitlichen Gründen als auch für Umzüge nach einer Naturkatastrophe oder wegen einer begonnenen Ausbildung. Am meisten absetzen kann allerdings, wer aus beruflichen Gründen umzieht.

Haushaltsnahe Dienstleistung oder außergewöhnliche Belastung

Jährlich kann man als Privatperson maximal 20.000 Euro Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen und erhält somit bis zu 4.000 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Die Beauftragung einer Spedition für einen Umzug beispielsweise kann man in der Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung verbuchen und so einen Teil der meist hohen Speditionskosten von der Steuer absetzen.

Als außergewöhnliche Belastung können Kosten angegeben werden, die durch einen Umzug aus gesundheitlichen Gründen oder nach einer Naturkatastrophe wie einer Überschwemmung entstehen und eine unverhältnismäßig hohe finanzielle Belastung darstellen.

Umzug aus beruflichen Gründen: Diese Kosten können Sie absetzen

Findet ein Umzug aus beruflichen Gründen statt, können verschiedene Umzugskosten abgesetzt werden: 30 Cent pro Kilometer für Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, Maklergebühren für Mietwohnungen (nicht für Kaufimmobilien!), für einen Zeitraum von sechs Monaten doppelte Mietzahlungen, Kosten für den Hausrattransport, für Reparaturen von Transportschäden, die Renovierung der alten Wohnung, die Kosten für die Verpflegung von Umzugshelfern und vieles mehr. Die Lohnsteuerhilfe bietet einen ausführlichen Überblick über die Möglichkeiten und kann bei der richtigen Aufnahme der Kosten in die Steuererklärung helfen.

Bedingung dafür, all diese Kosten absetzen zu können ist allerdings, dass

– entweder Ihr Arbeitgeber den Umzug von Ihnen verlangt (beispielsweise den Einzug in eine Dienstwohnung oder den Auszug aus dieser Wohnung, wenn Sie nicht mehr für diesen Arbeitgeber tätig sind),


– Sie durch den Umzug mindestens eine Stunde Arbeitsweg sparen oder Ihren Arbeitsplatz besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können,


– Sie durch den Umzug eine beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung vermeiden können oder


– Sie umziehen, um an Ihrem neuen Wohnort eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen.

Wie hoch ist die Umzugspauschale?

Für alle Ausgaben müssen Belege eingereicht werden, außer Sie nutzen Ihren Freibetrag, die Umzugspauschale. Dann können Sie die Ausgaben einfach ohne Beleg als „sonstige Kosten“ verbuchen und auf den Steuerfreibetrag (die Umzugspauschale) zurückgreifen:

Im April 2021 wurde die Umzugspauschale zuletzt erhöht: Als Individual, die die Umzugskosten übernimmt, erhalten Sie einen Freibetrag von 870 Euro, wobei Ihnen für jedes weitere Haushaltsmitglied (unwichtig, ob Ehepartner oder Kind) ein Zuschlag von 580 Euro gewährt wird.

Allgemein gilt: Erfolgt innerhalb von 5 Jahren ein zweiter beruflich bedingter Umzug, so erhöht sich die Pauschale um 50 Prozent.

Übrigens: Ist der ursprüngliche Grund aus dem Sie umziehen, ein privater, durch den neuen Wohnort verkürzt sich aber Ihr Arbeitsweg um mindestens eine Stunde, so steht Ihnen dennoch eine Umzugspauschale zu.

Redaktion finanzen.catch

Bildquellen: Gunnar Pippel / Shutterstock.com

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Von admin

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