Beratungen über Kasachstan: Kreml kontert „rüpelhafte“ US-Reaktion

Samstag, 08. Januar 2022


Beratungen über Kasachstan

Moskau kontert „rüpelhafte“ US-Reaktion

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Ankunft russischer „Friedenstruppen“ in Kasachstan.

(Foto: portray alliance/dpa/Russian Defence Ministry)

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Sogenannte Friedenstruppen aus Russland und anderen verbündeten Staaten helfen dem kasachischen Regime, gegen teils gewaltsame Demonstranten vorzugehen. Das veranlasst US-Außenminister Blinken zu einer flapsigen Warnung. Das russische Außenamt fährt daraufhin schwere rhetorische Geschütze auf.

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein kasachischer Kollege Kassym-Jomart Tokajew haben über die Krise in Kasachstan beraten. Die Staatschefs hätten in einem „langen“ Telefongespräch „über Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung“ gesprochen, teilte der Kreml mit. Die russische Regierung kritisierte zudem eine Äußerung von US-Außenminister Antony Blinken im Zusammenhang mit der Entsendung von „Friedenstruppen“ nach Kasachstan als „rüpelhaft“.

Tokajew habe Putin darüber informiert, dass sich die Lage im Land „in Richtung einer Stabilisierung entwickelt“, hieß es in der Mitteilung. Der kasachische Präsident habe der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) und „insbesondere“ Russland für seine Hilfe gedankt. Das von Russland angeführte Militärbündnis OVKS hatte am Donnerstag angesichts der Krise „Friedenstruppen“ nach Kasachstan entsandt.

US-Außenminister Blinken hatte deshalb am Freitag gewarnt, dass es für Kasachstan jetzt schwierig sein werde, den russischen Einfluss zurückzudrängen. „Ich denke, eine Lehre aus der jüngsten Geschichte ist, dass es manchmal sehr schwierig ist, die Russen wieder loszuwerden, wenn sie erst einmal in deinem Haus sind“, sagte er.

Das russische Außenministerium kritisierte diese Äußerung scharf. „US-Außenminister Antony Blinken hat versucht, einen lustigen Scherz über die tragischen Ereignisse in Kasachstan zu machen“, erklärte das Ministerium auf Fb. „Ein rüpelhafter Versuch, aber auch nicht sein erster.“

4400 Menschen festgenommen

Damit habe er „eine völlig legitime Reaktion“ der OVKS „lächerlich“ gemacht. „Wenn Antony Blinken so sehr an Geschichtslektionen interessiert ist, dann fällt einem eine ein: Wenn Amerikaner in deinem Haus sind, kann es schwierig sein, am Leben zu bleiben und nicht ausgeraubt oder vergewaltigt zu werden“, erklärte das Außenministerium und verwies auf die amerikanischen Ureinwohner und auf Korea, Vietnam und Syrien.

Kasachstan wird seit Tagen von beispiellosen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften erschüttert. Proteste, die sich zunächst gegen steigende Gaspreise gerichtet hatten, weiteten sich zu regierungskritischen Protesten im ganzen Land aus. Staatschef Tokajew erteilte den Sicherheitskräften am Freitag einen Schießbefehl auf Demonstranten und schloss Verhandlungen mit diesen aus.

Laut einem Bericht des kasachischen Staatsfernsehens sind bislang insgesamt mehr als 4400 Menschen festgenommen worden. Die Behörden zählten bislang insgesamt mehr als 40 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte. Befürchtet wird jedoch, dass die Zahl – vor allem der zivilen Todesopfer viel höher sein könnte. Präsident Tokajew ordnete einen Designate Staatstrauer an. Am Montag solle „der vielen Opfer der tragischen Ereignisse in einigen Landesteilen“ gedacht werden, berichteten mehrere kasachische Staatsmedien.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP

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