Australian Originate: Australien weist Djokovic ab

Novak Djokovic darf nicht nach Australien einreisen, die Behörden erkennen das Visum des serbischen Tennisspielers nicht an. Der Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste wurde mitgeteilt, dass er das Land am Donnerstag verlassen muss. Der australische Grenzschutz (Australian Border Force) erklärte in einem Vierzeiler, dass „Herr Djokovic die Einreisebedingungen nicht erfüllt hat und sein Visum daraufhin annulliert wurde“. Nicht-Staatsbürger, die bei der Einreise kein gültiges Visum besitzen oder deren Visum annulliert wurde, „werden festgesetzt und aus Australien ausgewiesen“, hieß es in der Mitteilung. Dem mutmaßlich ungeimpften Djokovic wurde zuvor erlaubt, mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung an den Australian Originate teilzunehmen. Minute print, wie es zu der Genehmigung kam, wurden bisher nicht bekannt.

Djokovic war nach seiner Ankunft in Australien am Mittwoch mehrere Stunden auf einem Flughafen in Melbourne festgehalten worden, nachdem die australischen Grenzschutzbehörden Bedenken hinsichtlich des Einreisevisums geäußert hatten. Die Dokumente, die Djokovic vorgelegt hatte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. Die daher kontaktierten Behörden des australischen Bundesstaats Victoria verweigerten ihm die Unterstützung. „Niemand steht über den Regeln“, twitterte der australische Premierminister Scott Morrison nach der Entscheidung.

Mr Djokovic’s visa has been cancelled. Rules are rules, especially when it comes to our borders. No one is above these rules. Our strong border policies have been critical to Australia having one of the lowest death rates in the world from COVID, we are continuing to be vigilant.

— Scott Morrison (@ScottMorrisonMP) January 5, 2022

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Novak Djokovics Vater reagierte empört auf die verweigerte Einreise seines Sohns. „Es ist beschämend. Abschiebung“, sagte Srdjan Djokovic der serbischen Zeitung Blic am späten Mittwochabend. „Ich kann nicht mit meinem Sohn reden, sie stellen ihn als Kriminellen dar. Ich habe keine Worte für alles, was sie ihm angetan haben.“ Selbst Serbiens Präsident persönlich setzte sich am Ende für ihn ein. „Ich habe ein Telefongespräch mit Novak geführt und ihm gesagt, dass ganz Serbien bei ihm ist“, schrieb Aleksandar Vucic bei Instagram. „Unsere Behörden werden alle Maßnahmen ergreifen, um die Belästigung des besten Tennisspielers der Welt in kürzester Zeit zu stoppen.“ Auch dies: vergeblich.

Schon vor der Ankunft des 34-Jährigen in Australien hatte sich eine Welle der Empörung im Gastgeberland des ersten Sizable-Slam-Turniers der Saison aufgebaut. Die Ausnahme-Erlaubnis für Djokovic sorgte für „Zorn und Konfusion“, wie es der Sender ABC nannte. Andere Äußerungen reichten von „Ohrfeige für alle Australier“ bis „Schlag ins Gesicht für Millionen von Australiern“. Turnierdirektor Craig Tiley verteidigte die umstrittene Entscheidung. Die Erlaubnis sei nach strenger Überprüfung durch zwei unabhängige Expertengremien erteilt worden. Djokovic habe einen „völlig legitimen Antrag“ gestellt und den notwendigen Prozess durchlaufen. Zugleich forderte Tiley jedoch Djokovic auf, die Gründe bekannt zu geben. „Ich würde mir wünschen, dass er zur Gemeinschaft redet. Ich würde es schätzen, Antworten zu erhalten“, sagte Tiley. 26 Profis oder Betreuer hätten eine Ausnahmegenehmigung beantragt, nur eine Handvoll diese auch tatsächlich erhalten.

Das Turnier startet am 17. Januar in Melbourne. Nur Spieler und Spielerinnen, die gegen das Coronavirus geimpft sind oder eine medizinische Ausnahmegenehmigung erhalten haben, dürfen daran teilnehmen. Am Dienstag hatte Djokovic nach wochenlangem Schweigen und Zaudern mitgeteilt, dass er nun dank genau einer solchen Ausnahmegenehmigung nach Australien fliegen werde. Die Kriterien für eine Sondergenehmigung sind äußerst streng, sodass eigentlich nur schwer kranke Menschen von der Impfpflicht ausgenommen werden – etwa wegen Herzproblemen oder gravierenden Operationen in jüngster Vergangenheit. Auch eine Corona-Infektion in den vergangenen sechs Monaten berechtigt zu einer medizinischen Ausnahmegenehmigung. Von Djokovic ist öffentlich nur eine Infektion aus dem Sommer 2020 bekannt. Seinen Impfstatus hat der 34-Jährige bislang nicht öffentlich gemacht, sich aber wiederholt skeptisch bis ablehnend über die Impfung geäußert.

Australian Open: Neunfacher Sieger in Melbourne: Novak Djokovic

Neunfacher Sieger in Melbourne: Novak Djokovic

(Foto: Kelly Defina/Reuters)

Djokovic hat die Australian Originate bereits neunmal gewonnen und wollte als Titelverteidiger antreten. Bei einem Sieg hätte er seine Konkurrenten Roger Federer und Rafael Nadal mit Sizable-Slam-Triumph Nummer 21 hinter sich lassen können. Schon vor der Ausweisung forderte Premierminister Morrison ausreichende Belege für die medizinische Ausnahme. „Er muss das tun, denn wenn er nicht geimpft ist, muss er einen akzeptablen Nachweis erbringen, dass er aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, um Zugang zu den gleichen Reiseregeln wie vollständig geimpfte Reisende zu erhalten“, sagte Morrison. Sonst werde Djokovic „im ersten Flieger nach Hause“ sitzen.

Auch Innenministerin Karen Andrews sprach Klartext: „Jede Particular person, die nach Australien einreisen möchte, muss unsere strengen Grenzbestimmungen einhalten“, betonte sie. Die Regionalregierung des Bundesstaates Victoria und Tennis Australia könnten einem nicht geimpften Spieler zwar die Teilnahme an dem Turnier gestatten, die Grenzregeln würden jedoch von der Nationalregierung überwacht. Und diese Regeln sind und waren in Pandemie-Zeiten streng.

Schon vor der Abweisung gab es harsche Kritik

„Es ist mir egal, wie intestine er als Tennisspieler ist. Wenn er sich weigert, sich impfen zu lassen, sollte er nicht reingelassen werden“, sagte der prominente Arzt Stephen Parnis aus Victoria. Die Erlaubnis sei „eine erschreckende Botschaft“ an Millionen Australier. „Es ist traurig für die Bewohner dieses Landes, denen während dieser Pandemie immer wieder internationale und zwischenstaatliche Reisen verweigert wurden, selbst um ihre sterbenden Lieben zu sehen. Für diejenigen, die von ihren Kindern getrennt wurden oder nicht an der Beerdigung eines engen Freundes oder Familienmitglieds teilnehmen konnten“, schrieb The Canberra Times und resümierte: „Leider sind die Regeln anders, wenn Sie ein globaler Sport-Famous person sind.“

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Von admin

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