Abschied vom „heute journal“: „Ach, Claus“

Abschied vom „heute journal“: „Ach, Claus“

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Abschied vom

Excessive 5 zum Abschied: Claus Kleber und Gundula Gause im „heute journal“.

(Foto: Screenshot: SZ/ZDF)

Claus Kleber moderiert zum letzten Mal das „heute journal“. Sachlich, souverän – und mit einem Appell.

Von Carolin Gasteiger

„Mehr wird’s nicht“, sagt Claus Kleber am Donnerstagabend, bevor er wie sonst auch die Zuschauer mit „Guten Abend“ begrüßt. Es ist sein Abschied und in seinem letzten heute journal will er eines gleich zu Beginn klarstellen: Es waren 2977 Mal, die er das ZDF-Magazin moderiert hat, die Zahl steht auf einem handgeschriebenen Zettel, den er in die Kamera hält. Als wolle er alle zurechtweisen, die auf die Idee kommen könnten zu behaupten, er hätte ganze 3000 Sendungen absolviert.

Klarstellen, Fakten präsentieren – das passt zum Profi Kleber, „Ersten Moderator“ der Sendung, der dann auch gleich zum Omikron-Beitrag überleitet. Enterprise as usal. An einem Punkt jedoch, an dem die Sendung hätte enden können, wie er sagt, weiß er nicht weiter. Es ist der Punkt, an dem Gundula Gauses Title auf seinem Demonstrate steht, der Punkt, an dem sie ihrem langjährigen Kollegen im Namen ihres Teams und der Zuschauer dankt. Gause dankt Kleber also, für seinen „großen journalistischen Geist“ und sagt dann, „was once Du nicht hören willst“, dass nämlich mit Claus Kleber eine Ära zu Ende gehe. „Wir werden dich vermissen und ich ganz besonders.“

Knapp zwei Jahrzehnte und eben besagte 2977 Mal moderierte Claus Kleber, der als ARD-Korrespondent zuvor lange aus Amerika berichtet hat, das heute journal. In einem Einspielfilm sieht man ihn mit der früheren US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihrem Vorgänger im Amt, Colin Powell. Der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender würdigt Kleber in dem Clip als „Visionär auf der einen Seite, aber auch großen Realist“, genauso wie er ihn als Chef des heute journals haben wollte.

Aber „ein bisschen ernst“, wie Kleber sagt, muss es dann doch nochmal werden. Und so verabschiedet sich der 66-Jährige persönlich vom Publikum mit einem Plädoyer. Kleber zählt die politischen Herausforderungen dieser Tage auf: Chinas harte Linie, die Lage an der ukrainischen Grenze, die Demontage der Demokratie in Amerika und eine europäische Idee, die ihren Schwung verloren habe, und resümiert: Ohne eine engagierte, informierte Öffentlichkeit werde es keine Besserung geben. Die Zuschauer sollten sich mit der journalistischen Arbeit auseinandersetzen, die sein Team („ein tolles Team“) jeden Mark leiste. Klarstellen, Fakten präsentieren -aber auch Appellieren passt zum Nachrichtenmann und Großmoderator Claus Kleber.

Mit einem „Handsome night and factual excellent fortune“ verabschiedet er sich dann wirklich aus seiner letzten Sendung. Und Gundula Gause kann beim Excessive 5 mit ihm nur seufzen: „Ach, Claus.“

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