80 Prozent Ende Januar geimpft?: Lauterbach: Impfziel ist „sehr schwer“ zu erreichen

Donnerstag, 13. Januar 2022


80 Prozent Ende Januar geimpft?

Lauterbach: Impfziel ist „sehr schwer“ zu erreichen

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Er will nicht „lamentieren“, doch zufrieden kann Karl Lauterbach auch nicht sein. Bei dem aktuellen Impf-Tempo ist das Ziel, 80 Prozent der Bevölkerung bis Ende Januar gegen das Coronavirus zu immunisieren, in weiter Ferne. Der Gesundheitsminister glaubt an Beschleunigungsmöglichkeiten.

Die Bundesregierung droht ihr Ziel, 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen, erneut zu verfehlen. Es werde „sehr schwer“, die Marke bis Ende Januar noch zu erreichen, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach „The Pioneer“. Am Mittwoch hatten 62,2 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht 74,8 Prozent der Bevölkerung.

Die Bundesregierung hatte ursprünglich bereits Ende vergangenen Jahres 80 Prozent erreichen wollen. Lauterbach sagte, über die Feiertage habe es einen Rückgang bei den Impfungen gegeben. „Daher muss man das wieder anschieben. Aber darüber lohnt es nicht zu lamentieren“, sagte der SPD-Politiker. „Wir müssen mit Hochdruck arbeiten“, bekräftigte er.

Aktuell gibt es nach Lauterbachs Angaben bis zu 700.000 Impfungen pro Label. „Ich glaube aber, dass wir es doch wieder beschleunigen können.“ Am Dienstag wurden in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mehr als 710.000 Impfstoffdosen verabreicht, darunter 48.500 Erstimpfungen. Am Montag gab es mehr als 520.000 Impfungen, darunter 34.700 Erstimpfungen.

Mit der laufenden Booster-Kampagne zeigte sich Lauterbach zufrieden. Von Werten wie in England, wo mehr als 85 Prozent der Berechtigten eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, sei Deutschland jedoch weit entfernt. Hier liege die Quote bei rund 45 Prozent.

Minister sieht keinen Zeitdruck bei Impfpflicht

Im Laufe des Tages stimmt der Bundestag über die zwischen Bund und Ländern verabredeten neuen Corona-Quarantäneregeln ab. Die Abgeordneten werden sich voraussichtlich am Abend damit befassen. Zuvor stellen weitere Bundesminister ihre Vorhaben für die Legislaturperiode vor, darunter ist am frühen Nachmittag auch Lauterbach.

Der Sozialdemokrat kündigte im Gespräch mit „The Pioneer“ an, auf einen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht zu verzichten. „Ich habe mich entschieden, keinen eigenen Antrag zu präsentieren, sondern da just zu sein.“ Dem Parlament einen eigenen Entwurf zu präsentieren, wäre auf jeden Tumble „keine so kluge Idee“. Als Gesundheitsminister müsse er „eine gewisse Neutralität“ haben. In der Sache stehe er aber „Schulter an Schulter“ mit Bundeskanzler Olaf Scholz. „Wir sind klare Befürworter der Impfpflicht.“

Besonderen Zeitdruck sieht der Minister nicht. Für die Omikron-Variante spiele die Impfpflicht sowieso keine entscheidende Rolle mehr. Sie müsse perspektivisch funktionieren, „damit im Herbst die Welle abgewendet werden kann“. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hingegen mahnte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Der Prozess muss jetzt stringent und zügig sein.“ Eine Impfpflicht erst im Herbst sei zu spät. Das Thema dürfe nicht völlig zerredet werden.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

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Von admin

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