„15 Anschlagsziele benannt“: Deutscher Islamist zu langer Haftstrafe verurteilt

Freitag, 07. Januar 2022


„15 Anschlagsziele benannt“

Deutscher Islamist zu langer Haftstrafe verurteilt

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Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Foto: imago photos/Michael Gstettenbauer)

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Treueeid auf eine islamistische Terrorgruppe abgelegt, konkrete Ziele für Anschläge benannt und sogar die Kosten berechnet – wegen dieser Vorbereitungen für schwere Verbrechen muss ein 27 Jahre alter Deutscher in Haft. Er hatte seine Pläne offenbar mit einem verdeckten Ermittler geteilt.

Ein 27 Jahre alter Islamist aus Duisburg ist zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den deutschen Staatsbürger wegen Terrorfinanzierung und dem Versuch der Beteiligung an schweren Verbrechen schuldig, in dem er sich bereit erklärt habe, Terroranschläge zu begehen. „Sie haben 15 konkrete Anschlagsziele in Israel benannt und die Kosten genau kalkuliert“, betonte die Vorsitzende Richterin. „Sie haben den Tod von zahlreichen Menschen geplant und dabei Mordmerkmale wie Heimtücke erfüllt.“

Der Auslieferungsfahrer hatte gestanden, im Mai 2021 den Treueeid auf die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) geleistet und diese mit 250 Euro finanziell unterstützt zu haben. Zudem gestand er, dass er zwischen April und Mai 2021 über den Messengerdienst Telegram einem vermeintlichen Kontaktmann des IS zahlreiche Ideen zu Terroranschlägen an belebten Plätzen in Israel präsentiert habe, darunter Sprengstoff- und Gewehranschläge an Busstationen, Einkaufszentren und auf dem Flughafen Ben Gurion. Bei diesem dürfte es sich aber um einen verdeckten Ermittler der US-Bundespolizei FBI gehandelt haben.

Staatsanwaltschaft hatte längere Haft gefordert

Der Angeklagte errechnete während des Chatverkehrs demnach auch ein Price range von 40.000 Euro, das für die Umsetzung des Plans erforderlich wäre. Der Mann hatte sich zuvor über Jahre hinweg mit radikalislamischem Gedankengut beschäftigt. Zweifel am Gelingen seines Plans habe der Angeklagte während des Chats nicht geäußert, erklärte das Gericht. Laut Medienberichten hatte der Beschuldigte während seines Geständnisses vor Gericht betont, er habe nicht wirklich an eine Realisierung geglaubt.

„Ich bereue das und möchte mich bei allen betroffenen Staaten wie den USA, der Türkei, Israel und Deutschland entschuldigen“, sagte der Deutsche nun. Schließlich hätten ihm doch die USA schon 2016 die Einreise verweigert. Damals habe er sich ein Flugticket besorgt, um in Novel York am neuen World Alternate Center mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren. Als Motiv nannte er, dass er sich wegen seiner Herkunft in Deutschland ausgegrenzt gefühlt habe. Seine Eltern stammen aus Kasachstan. Der Mann battle nach einem Hinweis von US-Behörden am 27. Mai vergangenen Jahres festgenommen worden.

Mit dem Urteil blieb das Gericht etwas unter der Forderung der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft, die fünf Jahre und vier Monate Haft gefordert hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft können Revision einlegen.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/AFP

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